Leukoenzephalomyelopathie (LEMP) beim Leonberger, Rottweiler und bei der Deutschen Dogge

Die Leukoenzephalomyelopathie (LEMP) ist eine seltene rezessiv vererbte Erbkrankheit des zentralen Nervensystems der Hunde, die insbesondere eine Zerstörung des Rückenmarks aufweist. Die Krankheit ist erblich bedingt und bislang bei Leonbergern und Rottweilern beschrieben. Während des Krankheitsverlaufs wird die Myelinscheide zerstört, welche die Nervenfasern schützend umgibt. Dieser Vorgang findet hauptsächlich im Rückenmark und im Hirnstamm statt und führt zu Störungen in der Nervenleitung. Die Krankheit entwickelt sich oftmals in den ersten drei Lebensjahren. Symptome sind vor allem voranschreitende Koordinations- und Bewegungsstörungen. Häufig bleiben die Reflexe des Rückenmarks bestehen. Im weiteren Krankheitsverlauf können betroffene Hunde innerhalb weniger Monate weder aufstehen noch gehen. Wie viele Erkrankungen des zentralen Nervensystems, kann auch diese nicht behandelt werden. Da betroffene Hunde in den meisten Fällen keine Schmerzen haben, jedoch stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind, sollte man einen Tierarzt um Rat fragen.

Zusammen mit Kollegen von der Universität Minnesota konnten wir zwei ursächliche Mutationen für verschiedene Formen der LEMP (eine bei Leonbergern und eine bei Rottweilern) identifizieren und bieten hierfür Gentests an. Unsere Studie hat gezeigt das die bei Rottweilern entdeckte LEMP Mutation auch bei Deutschen Doggen vorkommt.