Institut für Genetik

Pelger-Huët Anomalie (PHA) beim Australian Shepherd

Laufendes Forschungsprojekt, Kontakt: med. vet. Matthias Christen

Lendenübergangswirbel
Hyposegmentierte neutrophile Granulozyten bei der PHA (Lukaszewska et al. Acta Vet. Scand. 2011, 53:14).

Pelger-Huët Anomalie (PHA) ist eine Veränderung des Blutbilds, bei der bestimmte Blutzellen wie z.B. neutrophile und eosinophile Granulozyten eine veränderte Morphologie aufweisen. PHA wurde bei vielen Hunderassen und auch Mischlingen beschrieben. Der Erbgang wird in der Literatur als semidominant mit unvollständiger Penetranz angegeben. Heterozygote Hunde zeigen die erwähnten Veränderungen im Blutbild, die für den Hund aber keinerlei gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Allerdings werden Hunde, die den Gendefekt im homozygoten Zustand tragen, während der Trächtigkeit absterben und resorbiert oder manchmal auch tot geboren. In sehr seltenen Fällen kommen homozygote PHA Welpen lebend mit schweren Skelettmissbildungen zur Welt und versterben einige Stunden nach der Geburt. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Reproduktionsmedizin vom Tierspital der Universität Zürich möchten wir die Genetik der PHA erforschen. Hierfür benötigen wir EDTA-Blutproben von Australian Shepherds. Wir bitten hierzu Züchter, Besitzer und niedergelassene Tierärzte um ihre Mithilfe und die Einsendung von Proben von PHA-betroffenen und PHA-freien Hunden.