Institut für Genetik

Welpensterben beim Belgischen Schäferhund

Vor einigen Monaten sind in einem Malinois-Wurf mehrere Welpen bei der Geburt verstorben. Zwei weitere Welpen sind im Alter von 6 Wochen plötzlich verstorben, nachdem sie sich zunächst scheinbar normal entwickelt hatten. Das Krankheitsbild ist noch nicht ganz geklärt, die Welpen die wir im Moment als Fälle erachten entwickelten sich gut, bis sie erbrachen, Atemwegsbeschwerden zeigten und schließlich innerhalb weniger Tage starben. Die Welpen zeigten keine Anzeichen von Ataxie. Die Todesursache konnte weder klinisch, noch pathologisch geklärt werden. Die Welpen wurden an der Universität Bern am Institut für Tierpathologie sowie am Institut für Genetik untersucht. Dabei wurde ein vorläufiger Hinweis auf einen möglichen rezessiven Gendefekt in Malinois gefunden, welcher den frühen Tod dieser Welpen erklären könnte. Falls die Vermutung zutrifft, dürfte dieser Gendefekt relativ häufig bei Malinois vorkommen. Wir möchten diese vorläufigen Befunde nun gerne bestätigen. Hierzu bitten sie um die Einsendung von Blutproben. Von besonderem Interesse wären Eltern und gesunde Wurfgeschwister aus Würfen, bei denen ein oder mehrere Welpen bei der Geburt oder bis zu einem Alter von 2 Monaten verstorben sind. Die Verabreitung der Blutprobe an der Universität ist kostenlos, die Besitzer müssen lediglich für die Blutabnahme und den Versand aufkommen. Hinweise zum konkreten Vorgehen können dem Dokument "Merkmblatt zum Einsenden von Blutproben" entnommen werden.

Weiterhin wäre es enorm hilfreich, falls tote Welpen an das Institut für Tierpathologie eingeschickt werden könnten. Die Kosten für eine Sektion belaufen sich auf 161.55 CHF, ohne Entsorgung (pro kg 0.5 CHF). Bei Welpen können für den Preis mehrere desselben Wurfes eingeschickt werden. Dazu muss ein Formular ausgefüllt werden (http://www.itpa.vetsuisse.unibe.ch/dienstleistungen/antragsformulare/index_ger.html) Wichtig ist, dass bei einem solchen Fall auf dem Einsendeformular steht, dass das Institut für Genetik, stellvertretend med. vet. Petra Hug, dieses Projekt betreut.

Falls sich der Verdacht eines rezessiven Gendefekts bestätigt, wird in wenigen Monaten ein Gentest zur Verfügung stehen, mit dem Risikoanpaarungen sicher vermieden werden können. Damit sollte die Häufigkeit von totgeborenen Welpen und Welpen, die in den ersten Lebenswochen versterben deutlich gesenkt werden können. Mit Ihrer Unterstützung können Sie also einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz und für die Verbesserung der Tiergesundheit leisten.