Analyse von genetischen Besonderheiten und Erbkrankheiten bei Neuweltkameliden

BEW betroffenes Alpaka

Die zunehmende Beliebtheit von Lamas und Alpakas ausserhalb Südamerikas ist unbestritten. Die damit verbundene begrenzte genetische Vielfalt wirft jedoch Fragen zur Gesundheit und zu anderen genetisch bedingten Merkmalen wie zum Beispiel der Fellfarbe auf. Aus diesem Grund wurde 2019 in der Schweiz, Deutschland und Österreich eine Umfrage durchgeführt, um die Prävalenz von angeborenen Anomalien und züchterisch relevanten Merkmalen wie Faserarten und Fellfarbe bei Neuweltkameliden zu ermitteln. Es zeigte sich, dass etwa 7 % der Neuweltkameliden mit einem rein weissen Fell blau pigmentierte Augen hatten, was dem Phänotyp „blauäugig-weiss“ (BEW) entspricht. Mehr als die Hälfte dieser Tiere war offenbar taub. Unser Ziel ist es, die genetischen Varianten zu identifizieren, die BEW und anderen seltenen Erkrankungen zugrunde liegen, indem wir die Gesamtgenomdaten betroffener Tiere und verfügbaren Kontrollen analysieren. Unsere Arbeit erfolgt in internationaler Zusammenarbeit mit Experten der Universität Gießen und der Texas A&M University.