Faserarten und Fellfarben bei Neuweltkameliden

Alpakas und Lamas, die domestizierten Neuweltkameliden, haben unterschiedliche Vliestypen und Fellfarben, was auf ihre Geschichte der Domestizierung und der Selektion für die Faserproduktion zurückzuführen ist. Basierend auf den Hauptvliestypen werden Alpakas in zwei Varianten unterteilt – Huacaya und Suri, während Lamas als klassische, wollige und Suri vorkommen. Diese vererbaren Merkmale werden durch messbare Unterschiede im durchschnittlichen Faserdurchmesser, in der Stapellänge und im jährlichen Fellgewicht bestimmt und sind auf genetische Varianten zurückzuführen. Sowohl Alpakas als auch Lamas weisen eine bemerkenswerte natürliche Variabilität in der Fellfarbe auf, darunter reinweiss, schwarz und Braun-, Grau- und Rehbrauntöne, oft mit komplizierten Mustern oder Flecken. Die genetischen Varianten in den für die Fellfarbe verantwortlichen Genen, die einen Grossteil dieser Vielfalt ausmachen, müssen noch aufgeklärt werden. Unsere Forschung hat gezeigt, dass einige Neuweltkameliden mit einem rein weissen Fell blau pigmentierte Augen hatten, was dem Phänotyp „blauäugig-weiss“ (BEW) entspricht. Mehr als die Hälfte der betroffenen Tiere war offenbar taub. Unser Ziel ist es, genetisch verantwortliche Varianten für Vliestypen, Fellfarben und seltenen Erkrankungen wie z.B. BEW zu identifizieren, indem wir die Genomsequenzierungsdaten betroffener Tiere mit verfügbaren Kontrollen analysieren. Unsere Arbeit erfolgt in internationaler Zusammenarbeit mit Experten der Universität Gießen und der Texas A&M University.